Mittwoch, 31. Dezember 2008

Heute wird abgerechnet

Es ist mal wieder so weit, der letzte Tag im Jahr, Sylvester, das Fest nach dem Fest der Liebe, der Feiertag der schwachsinnigen Hoffnungen. Zahltag, Baby.

Heute wird aufgezählt, was gut und was schlecht war im Jahr. Und wie immer zu solch Anlässen, fällt einem spontan sehr viel mehr Schlechtes ein. Zumindest mir geht es so.
Mal sehen, was haben wir denn da: Nichts vollbracht, auf das ich stolz sein könnte, keine Abenteuer erlebt, die mich irgendwie weitergebracht haben, immer noch nicht den Hunger in der Welt beseitigt, im Nahen Osten warten sie auch immer noch auf eine Lösung - und ach ja, auch kein Bestseller-Verschwörungsbuch darüber geschrieben, dass alle männlichen Moderatoren bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten früher mal Sportreporter waren und wahrscheinlich einem Geheimring angehören, der heimlich die Republik regiert.

Und auf der anderen Seite, da wo das kleine Plus steht? Gähnende Leere. Erst wollte ich folgenden Punkt auf die Haben-Seite schreiben: Hab mir keine neuen Feinde gemacht (zumindest keine, von denen ich wüsste). Aber dann erschien mir das Ganze plötzlich doch nicht mehr als löblicher Verdienst. Denn wer sich Feinde macht, der hat wenigstens eine Meinung, einen Standpunkt, der ist konsequent. Der lässt sich von so ein bisschen Gegenwind nicht abschrecken - und dafür können ihn dann einige Leute nicht mehr leiden. Wer sich Feinde macht, der ist Rock'n'Roll!

Und so lautet dann auch mein einziger Vorsatz fürs nächste Jahr: Mach dir Feinde! Das mit dem Welthunger und dem Nahen Osten kann warten, da kann sich ja vielleicht auch mal jemand anderes drum kümmern...