Mittwoch, 31. Dezember 2008

Heute wird abgerechnet

Es ist mal wieder so weit, der letzte Tag im Jahr, Sylvester, das Fest nach dem Fest der Liebe, der Feiertag der schwachsinnigen Hoffnungen. Zahltag, Baby.

Heute wird aufgezählt, was gut und was schlecht war im Jahr. Und wie immer zu solch Anlässen, fällt einem spontan sehr viel mehr Schlechtes ein. Zumindest mir geht es so.
Mal sehen, was haben wir denn da: Nichts vollbracht, auf das ich stolz sein könnte, keine Abenteuer erlebt, die mich irgendwie weitergebracht haben, immer noch nicht den Hunger in der Welt beseitigt, im Nahen Osten warten sie auch immer noch auf eine Lösung - und ach ja, auch kein Bestseller-Verschwörungsbuch darüber geschrieben, dass alle männlichen Moderatoren bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten früher mal Sportreporter waren und wahrscheinlich einem Geheimring angehören, der heimlich die Republik regiert.

Und auf der anderen Seite, da wo das kleine Plus steht? Gähnende Leere. Erst wollte ich folgenden Punkt auf die Haben-Seite schreiben: Hab mir keine neuen Feinde gemacht (zumindest keine, von denen ich wüsste). Aber dann erschien mir das Ganze plötzlich doch nicht mehr als löblicher Verdienst. Denn wer sich Feinde macht, der hat wenigstens eine Meinung, einen Standpunkt, der ist konsequent. Der lässt sich von so ein bisschen Gegenwind nicht abschrecken - und dafür können ihn dann einige Leute nicht mehr leiden. Wer sich Feinde macht, der ist Rock'n'Roll!

Und so lautet dann auch mein einziger Vorsatz fürs nächste Jahr: Mach dir Feinde! Das mit dem Welthunger und dem Nahen Osten kann warten, da kann sich ja vielleicht auch mal jemand anderes drum kümmern...

Sonntag, 23. November 2008

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Fernweh



Jetzt mal im Ernst

Freunde der leichten Unterhaltung werden über diesen Eintrag vielleicht überrascht sein und sich empört abwenden. Denn er wird kritisch. Genauer: Gesellschafts- und Medienkritisch; und Politik ist vielleicht auch noch dabei. Wo könnten diese Dinge besser vereint sein als bei einem Text über MTV, dem Sender der großen Freiheit und der großen Brüste (ein toller Einstieg, wie ich finde).


MTV ist ja schon lange kein bloßer Musiksender mehr, das haben schon klügere Leute vor mir festgestellt. Den Großteil des Programms bilden Shows, die die ganze Bandbreite des völlig normalen, alltäglichen Lebens abdecken. Da daten Mütter die potentiellen Freunde ihrer Töchter, abgehalfterte Stars suchen sich aus 20 Frauen ihre Seelenverwandte aus und die Brut der Superreichen feiert, dass sie ein weiteres Jahr mit Kaviar und Diamantentoast überstanden hat und jetzt auch endlich Auto fahren darf. Da haben die Programmentwickler dem wahren Leben doch wirklich über die Schulter geschaut.


Ich will damit nicht sagen, dass alle Formate auf MTV zum in-die-Tonne-kloppen sind. Aber ich habe eine sehr gut funktionerende Regel gefunden, nach der man die Guten ins Töpfchen und die Schlechten ins Kröpfchen sortieren kann. Der Schlüssel ist: Um alle Sendungen mit drei Worten sollte man zunächst einen großen Bogen machen. Hier einige Beispiele: "Date my mom", "The real world", "My sweet sixteen", "Pimp my ride", "Flavour of love", "Rock of love", The X effect". Wäre ich ein Verschwörungstheoretiker, könnte ich aus dieser drei Wörter Nummer bestimmt eine schöne Geschichte machen. Da ich aber doch eher Fernsehkonsument bin, nehme ich das einfach so hin und bin bei drei-Wort-Sendungen vorsichtig.


Das Problem ist: Ich hab das zwar erkannt - und indem ich es hier niederschreibe, wird auch der geneigte Leser über diesen Umstand informiert - aber dem Großteil der Welt ist dieses Geheimnis verborgen. Und weil MTV so ziemlich überall auf der Welt zu empfangen ist, betrifft das doch ziemlich viele Menschen. Menschen, die in anderen Regionen der Erde leben; da, wo es nicht ständig was zu essen, sondern öfter mal bisschen Krieg vor der Haustür gibt. Menschen, die angesichts tobender Teenager, die zum 16. Geburtstag nicht nur eine Stripshow, sondern auch noch drei Autos haben wollen, möglicherweise wütend werden könnten. Und die ein Bild von Amerika (und damit wohl leider der gesamten westlichen Welt) bekommen könnten, das nicht gerade von Vorteil für uns ist. Denn ja, wir haben zwar (noch) den Diamantentoast, aber blöderweise haben die auf der anderen Seite vor allem eines: Nichts zu verlieren.

(Der Schluss ist pathetischer geraten als beabsichtigt. Als ich das erste mal "My sweet sixteen" sah, war ich schließlich auch nicht weit entfernt von einem Amoklauf. Aber mir fehlt da wohl doch die religiöse Bestätigung: Verheißungsvolle Paradiesvorstellungen können da bestimmt sehr beflügelnd wirken...)

Dienstag, 23. September 2008

wiesoweshalbwarum

Strähniges Haar fällt ihr ins Gesicht, unter dem Mantel in dunkellila zieht sie die Schultern zusammen, ihre Schuhe scheinen zu schwer zu sein, so dass sie bei jedem Schritt umzukippen droht: Die Frau, die aussieht wie ein Fragezeichen. Immer wieder zeigt sie ihre geschwungene Silhouette, Kopf und Knie auf einer Linie, weit dahinter das Kreuz und die Füße. Traurig sieht das aus. Was fragt sie nur? Will sie etwas wissen - oder klagt sie damit an, die Menschen, das Leben und all das im allgemeinen?
Auch wenn es weder das eine noch das andere ist: Was sie hinterlässt, ist Ratlosigkeit. Ein großes Fragezeichen eben.

Samstag, 13. September 2008

Worüber die ZEIT nicht schreiben darf

Das geht so nicht. Ich möchte in etablierten Medien nichts über meine kleinen, subkultürlichen Fluchten lesen. Die gehören da nicht hin. Obwohl dieses Statement eigentlich keiner weiteren Erklärung bedürfen sollte, werde ich meine Gründe doch noch einmal erläutern. Zur Sicherheit.



Erstens: Ich bin ganz schön beschäftigt. Mit vielen, meist ernsten Dingen. Dazu gehört auch eine gewisse Anteilnahme an der Hochkultur. Nicht zu viel, nur ein klein wenig, um aktuell zu bleiben. Daneben erfordert es meine jugendliche Coolness jedoch außerdem, ein bisschen Subkultur zu leben. Nicht zu viel, nur ein klein wenig mehr, um den Erwartungen zu entsprechen. Und vor allem, um Spaß daran zu haben. Aber den subkulturellen Strömungen zu folgen, ist gar nicht so einfach. Denn wären sie einfach zu finden und jedem zugänglich, wären sie ja Hochkultur - logisch, oder? Wenn ich also meine kleine Nische voller Avantgarde gefunden habe, finde ich es sehr schade, wenn sie kurz darauf entdeckt wird. Denn dann muss ich mich von Neuem auf die Suche begeben und, wie gesagt, ich bin ganz schön beschäftigt.


Zweitens: In den etablierten Medien gibt es keinen Autor, dessen Beschreibung meiner Subkultur bei mir gut ankommen könnte. Entweder, derjenige gehört zur alten Schule und schreibt dann wahlweise ein wenig herablassend, aber gelinde wohlwollend von oben herab, oder aber er nutzt die günstige Gelegenheit, um über die Jugend von heute im allgemeinen zu jammern. Die andere Möglichkeit ist, dass der Autor selbst gerade erst den Stützrädern und Schwimmflügelchen entwachsen ist - und dann bin ich leider in erster Linie erbost darüber, dass sie ihn und nicht mich beschäftigen, weil ich bin auch jung und weiß Bescheid. So oder so, mir kann man es da wohl nicht recht machen.

Abschluss meiner absolut logischen Argumentationskette. Der Stein des Anstoßes findet sich übrigens hier.

Freitag, 5. September 2008

Bewerbung

Mit diesem Eintrag richte ich mich an den Fernsehsender Arte, genauer gesagt an die Redaktion von "Durch die Nacht...": Sehr verehrte Damen und Herren, hiermit möchte ich mich selbst für eine Folge vorschlagen. Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht der üblichen Vorgehensweise entspricht und Sie mögen es für einigermaßen arrogant und anmaßend halten, dass ich meinen Namen selbst ins Spiel bringe. Allerdings ist es nun mal leider so, dass bis jetzt niemand anderem aufgefallen ist, welch hervorragende Qualifikationen ich für dieses Format mitbringe. Ich versichere Ihnen, dass das sonst nicht meine Art ist, aber ich glaube, es ist an der Zeit, selbst die Initiative zu ergreifen.

Kommen wir nun aber zu den Dingen, die mich auszeichnen und die sich in Ihrer Sendung ausgesprochen gut machen würden. Zunächst einmal: Ich kann ohne Probleme sehr lange wach bleiben, ohne müde zu werden. Ich brauche das Tageslicht nicht, um witzig und spritzig zu sein, im Gegenteil: Gerade abends habe ich oft die besten Ideen.
Zweitens: Die von Ihnen veranstalteten nächtlichen Aktivitäten finde ich sehr reizvoll. Vor allem die Vorstellung, nachts durch leere Museen und Galerien zu schlendern und dabei unterhaltsame Unterhaltungen zu führen, lässt mein Herz höher schlagen. Auch gegen ein Essen am Meeresufer oder in einem kleinen Restaurant mit furchtbar gemütlichen Sitzmöbeln habe ich nichts einzuwenden - vor allem bin ich kein bisschen mäkelig, was Nahrungsmittel angeht, was Ihnen Zeit und Nerven bei der Auswahl des Menüs ersparen würde. Außerdem lasse ich mich schrecklich gern mit einem Taxi in der Gegend herumfahren; ich bin keiner von den Menschen, die immer das Steuer übernehmen müssen.
Dass ich etwas zu erzählen hätte, müssen Sie mir leider unbesehen glauben. Ich bin zwar des öfteren nachts unterwegs und dabei meist eine regelrechte Wörterfabrik; nur hat bis jetzt noch keine Kamera diese Ereignisse festgehalten. Sie hätten damit die einmalige Möglichkeit, die Ersten zu sein - ein nicht zu unterschätzendes Privileg.
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass Sie auch die Suche nach einem geeigneten Partner nicht anzutreten brauchen, den bringe ich nämlich mit. Das ist zugleich die Bedingung für meinen Auftritt, denn ich kann nicht garantieren, dass ich bei jedem Gesprächspartner meine Bestleistung liefern könnte. Die Chemie muss stimmen, Sie verstehen? Die Arbeiten meiner geschätzten Kollegin finden Sie hier.

Ich würde mich freuen, wenn wir zu einer Übereinkunft finden könnten - ich bin mir sicher, es wäre für alle Seiten ein Gewinn!

Auf der Couch sitzen kann sehr traurig sein

Bill Murray ist mein Held. Nicht der "Ghost-Busters"-Bill, sondern der "Broken Flowers" -Bill, der alt, allein und traurig aussieht. Dabei tut er gar nichts. Er sitzt nur da - auf einer braunen Leder-Designer Couch, die gleichzeitig teuer und furchtbar hässlich aussieht, ein Ungetüm, in dem man zwar versinkt, aber sich niemals geborgen fühlt - und starrt vor sich hin. Starrt auf den Fernseher, in dem Western oder Zeichentrickfilme aufflimmern, starrt am Bild vorbei in die Leere - und dabei strahlt so viel Einsamkeit und Traurigkeit aus ihm heraus wie Helligkeit aus einer Flutlichtanlage.

Da stört es fast gar nicht, dass der Film ein merkwürdiges Ende hat und einige Längen und machmal zu wenig Dialog. Bill muss gar nicht sprechen, eigentlich ist es sogar besser, wenn er schweigt. Denn dann potenziert sich seine Traurigkeit, verschmilzt mit der Stille zu einem riesigen, wabbernden Etwas, das er in die Welt hinaus sendet.



Vermutlich ist es mal wieder Zeit für eine Komödie in meinem Leben...

Donnerstag, 28. August 2008

Goethe hat auch nicht immer Recht


"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."

Johann Wolfgang Goethe




Vielleicht war das im ausgehenden 18. Jahrhundert tatsächlich der Fall. Wenn da Steine im Weg lagen, konnte man möglicherweise wirklich sofort anfangen zu bauen. Einfach deshalb, weil damals noch nicht so viel in der Gegend rumstand. Da hat es nicht weiter gestört, wenn mitten auf der Straße plötzlich ein kleines Haus auftauchte, dass da jemand aus im Wege liegenden Steinen errichtet hatte.


Heute ist das nicht mehr so einfach. Wer bauen will, braucht eine Baugenehmigung. Ein paar Steine auf dem Weg zu finden, reicht als Begründung noch lange nicht aus. Um den Menschen diese Enttäuschung zu ersparen und sie vor regelwidrigem Verhalten zu bewahren, stellt man bei uns heute solche Schilder auf. Damit jedem klar ist: Wenn mir Steine in den Weg gelegt werden, dann wechsle ich besser die Straßenseite. Was Goethe wohl dazu gesagt hätte?








Montag, 25. August 2008

Von Punkten und Menschen

Um dem Blognamen endlich mal gerecht zu werden, heute ein paar Punkte. Und zwar in besonders schöner Form. Wer es nicht erkannt haben sollte: Das ist Mr. Allen himself (zugegebenermaßen in sehr jungen Jahren). Merke: Punkte sind für vieles gut. Sie unterbrechen nicht nur zu lange Sätze (Proust hatte es nicht so mit Punkten, wie ich erst kürzlich wieder feststellen musste. Hätte ihm aber manchmal ganz gut getan. Wirklich. Aber das ist nur meine unmaßgebliche Meinung.); nein, mit ihnen kann man sogar tolle Bilder machen. Was will man mehr?

Ps.: Ja, mir ist durchaus bewusst, dass ich einen furchtbar langen Satz gebildet und damit der von mir bevorzugten Knappheit zuwider gehandelt habe. Aber so bin ich nun mal, rätselhaft und undurchschaubar. War's Absicht, Ironie - oder doch nur ein Versehen? Wer weiß das schon so genau...


Dienstag, 19. August 2008

Which way to go?



Ich bin, glaube ich, vor ein paar Wochen nach rechts abgebogen. Da geht's zwar auch irgendwie weiter, aber so ein bisschen Straße wäre zur Abwechslung mal wieder ganz nett. Nur, da wo ich jetzt bin, so mitten im Feld, sehe ich die Straße gerade gar nicht.

Und von wegen, der steinigere Weg sei der bessere, zur Charakterbildung und so. Wohl kaum. Heißt nur, dass man ständig nach unten schauen muss, um nicht zu stolpern und dabei gar nicht sieht, wer oder was so alles an einem vorbeiläuft. Der steinige Feldweg ist was für selbstbezogene Einzelgänger, die hoffen, da draußen so wenig Menschen wie möglich zu treffen. Find ich persönlich sehr unbefriedigend. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass mir da einiges entgeht, on the sunny side of the street, you know.

Schlagfertige Schnipsel

Deutsche Filme sind für mich ein eher problematisches Thema. Wollen sie lustig sein, schaffen sie das meist nur so halbgut (oder sie werden traurigerweise unfreiwillig komisch). Und wollen sie ernst und aufwühlend und revolutionär sein, dann endet es für mich darin, das ich mich zwar aufgewühlt fühle - aber vor Ärger, weil's einfach nicht gepasst hat.

Trotzdem mache ich es immer wieder, schaue deutsche Filme, weil man soll ja auch die Schauspieler und Regisseure und Drehbuchautoren hierzulande unterstützen, die haben's auch nicht leicht und hatten außerdem wahrscheinlich alle eine fürchterliche Kindheit. Und manchmal hab ich Glück - selbst wenn der Film nicht durchgängig bombig ist, aber "Der Fischer und seine Frau" hat neben dem okeyen Christian Ulmen auch noch ein ein gutes Filmzitat zu bieten.

Eine Reporterin fragt Herrn Ulmen: "Ist es für Sie nicht schwierig, im Schatten Ihrer erfolgreichen Modedesigner-Frau zu stehen?"
Er antwortet: "Ich habe eine Sonnenallergie, deshalb stehe ich ganz gerne mal im Schatten"

(Die furchtbare Fischmode macht den Film übrigens fast unerträglich...aber es gibt auch ein paar nette Szenen, wirklich!)

Montag, 11. August 2008

Oui, oui, mais je ne comprends pas...

Hier ein kleiner Beitrag für alle, die sich ab und an mal sehr französisch fühlen, aber dazu passende Chansons nicht verstehen (zumindest geht es mir so. Warum hat die Schule mir das nicht beigebracht?). Zum Glück haben andere mit solchen Dingen ja auch so ihre Probleme, und der nette Surferjunge gibt es sogar offen zu! Was beweist: Kleine Unzulänglichkeiten, charmant lächelnd und mit einer Gitarre vorgetragen, werden von der Menschheit sofort verziehen. Wenn das mal keine Lehre fürs Leben ist...

Sonntag, 10. August 2008

Ah, das habe ich also...

Auf dem Tisch liegen die Bücher für die Arbeit, die dringend geschrieben werden muss, und lachen mich an. Ich lache schamlos zurück. Und das nicht erst seit gestern: Die Zeit bis zum Abgabetermin zerinnt, und immer ist der nächste Tag der beste zum Anfangen.

Ich dachte mir schon, dass ich nicht der einzige Mensch auf Erden mit eben diesem Problem bin. Und es ist wohl so verbreitet, dass das Heute-nicht-lieber-morgen-Gefühl sogar einen eigenen Fachbegriff hat: Prokrastination. Klingt nach schwerer Krankheit - was einerseits furchteinflößend, andererseits aber auch beruhigend ist. Krank sein will zwar niemand, aber wenn es zumindest einen Namen für das Übel gibt, dann ist es ja vielleicht behandelbar.

Ich hoffe also auf Heilung - und schreibe derweil statt an meiner Arbeit weiterhin an dieser Stelle.

Dienstag, 5. August 2008

Die verborgene Schönheit der Dinge


Wer sagt, das Aktenordner hässlich grau sein und außerdem in dunklen Schränken stehen müssen? Unterstützt die Initiative: Für mehr Ästhetik im Aktenschrank! Damit bald alle Aktenordner dieser Welt ein glückliches, farbenfrohes Leben führen können...

Montag, 4. August 2008

Was William Shatner kann, kann ich auch!

Gleich zu Anfang muss ich gestehen: Noch bin ich von dem Konzept nicht so ganz überzeugt. Ich schreibe und die Welt kann es lesen, wenn es ihr beliebt. Wahrscheinlich fehlt mir da das Rampensau-Gen - oder es schlummert tief in mir und wartet noch darauf, entdeckt zu werden. Muss das, was ich hier veröffentliche, nicht "irgendwie wichtig" sein? Andererseits: Wer macht diese Regeln? Und wer bestimmt, was wichtig ist? Auch wenn ich hier nur wenige erreiche (die mich dann nicht mal dafür bezahlen, dass ich für sie schreibe) - das sollte doch reichen.

Passend dazu hat Jeff Daniels, der ja hauptberuflich als Schauspieler unterwegs ist, ein nettes Lied geschrieben: "If William Shatner can, I can too". Gut, darin geht es jetzt eher darum, ob Schauspieler auch singen dürfen - aber das lässt sich ja mühelos auch auf andere Bereiche des Lebens übertragen. Darf ich einen Blog haben, wo ich doch kein staatlich geprüfter Blog-Experte bin? Gibt es nicht schon genug Quatsch da draußen, den niemand lesen sollte? Die Antwort ist traurig, aber wahr: Es gibt sogar mehr als genug Riesen-Quatsch da draußen. Aber was die können, kann ich schon lange. Dass das klar ist: Ich verspreche hier keinem, nur die ganz große Qualitätsarbeit abzuliefern, so vermessen bin ich nicht. Ich schreibe, der Rest liegt dann nicht mehr in meiner Hand. Also nehmt euch in Acht, ihr William Shatners dieser Welt, denn soeben habt ihr Konkurrenz bekommen.

(Übrigens: Man kann zu Jeff Daniels' Gesangskünsten stehen wie man will, aber wer so bezaubernde Titel wie "If I weren't so stupid, you couldn't be so smart" verfasst, der hat sich meinen Respekt schon mal verdient!)