Donnerstag, 28. August 2008

Goethe hat auch nicht immer Recht


"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."

Johann Wolfgang Goethe




Vielleicht war das im ausgehenden 18. Jahrhundert tatsächlich der Fall. Wenn da Steine im Weg lagen, konnte man möglicherweise wirklich sofort anfangen zu bauen. Einfach deshalb, weil damals noch nicht so viel in der Gegend rumstand. Da hat es nicht weiter gestört, wenn mitten auf der Straße plötzlich ein kleines Haus auftauchte, dass da jemand aus im Wege liegenden Steinen errichtet hatte.


Heute ist das nicht mehr so einfach. Wer bauen will, braucht eine Baugenehmigung. Ein paar Steine auf dem Weg zu finden, reicht als Begründung noch lange nicht aus. Um den Menschen diese Enttäuschung zu ersparen und sie vor regelwidrigem Verhalten zu bewahren, stellt man bei uns heute solche Schilder auf. Damit jedem klar ist: Wenn mir Steine in den Weg gelegt werden, dann wechsle ich besser die Straßenseite. Was Goethe wohl dazu gesagt hätte?








Montag, 25. August 2008

Von Punkten und Menschen

Um dem Blognamen endlich mal gerecht zu werden, heute ein paar Punkte. Und zwar in besonders schöner Form. Wer es nicht erkannt haben sollte: Das ist Mr. Allen himself (zugegebenermaßen in sehr jungen Jahren). Merke: Punkte sind für vieles gut. Sie unterbrechen nicht nur zu lange Sätze (Proust hatte es nicht so mit Punkten, wie ich erst kürzlich wieder feststellen musste. Hätte ihm aber manchmal ganz gut getan. Wirklich. Aber das ist nur meine unmaßgebliche Meinung.); nein, mit ihnen kann man sogar tolle Bilder machen. Was will man mehr?

Ps.: Ja, mir ist durchaus bewusst, dass ich einen furchtbar langen Satz gebildet und damit der von mir bevorzugten Knappheit zuwider gehandelt habe. Aber so bin ich nun mal, rätselhaft und undurchschaubar. War's Absicht, Ironie - oder doch nur ein Versehen? Wer weiß das schon so genau...


Dienstag, 19. August 2008

Which way to go?



Ich bin, glaube ich, vor ein paar Wochen nach rechts abgebogen. Da geht's zwar auch irgendwie weiter, aber so ein bisschen Straße wäre zur Abwechslung mal wieder ganz nett. Nur, da wo ich jetzt bin, so mitten im Feld, sehe ich die Straße gerade gar nicht.

Und von wegen, der steinigere Weg sei der bessere, zur Charakterbildung und so. Wohl kaum. Heißt nur, dass man ständig nach unten schauen muss, um nicht zu stolpern und dabei gar nicht sieht, wer oder was so alles an einem vorbeiläuft. Der steinige Feldweg ist was für selbstbezogene Einzelgänger, die hoffen, da draußen so wenig Menschen wie möglich zu treffen. Find ich persönlich sehr unbefriedigend. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass mir da einiges entgeht, on the sunny side of the street, you know.

Schlagfertige Schnipsel

Deutsche Filme sind für mich ein eher problematisches Thema. Wollen sie lustig sein, schaffen sie das meist nur so halbgut (oder sie werden traurigerweise unfreiwillig komisch). Und wollen sie ernst und aufwühlend und revolutionär sein, dann endet es für mich darin, das ich mich zwar aufgewühlt fühle - aber vor Ärger, weil's einfach nicht gepasst hat.

Trotzdem mache ich es immer wieder, schaue deutsche Filme, weil man soll ja auch die Schauspieler und Regisseure und Drehbuchautoren hierzulande unterstützen, die haben's auch nicht leicht und hatten außerdem wahrscheinlich alle eine fürchterliche Kindheit. Und manchmal hab ich Glück - selbst wenn der Film nicht durchgängig bombig ist, aber "Der Fischer und seine Frau" hat neben dem okeyen Christian Ulmen auch noch ein ein gutes Filmzitat zu bieten.

Eine Reporterin fragt Herrn Ulmen: "Ist es für Sie nicht schwierig, im Schatten Ihrer erfolgreichen Modedesigner-Frau zu stehen?"
Er antwortet: "Ich habe eine Sonnenallergie, deshalb stehe ich ganz gerne mal im Schatten"

(Die furchtbare Fischmode macht den Film übrigens fast unerträglich...aber es gibt auch ein paar nette Szenen, wirklich!)

Montag, 11. August 2008

Oui, oui, mais je ne comprends pas...

Hier ein kleiner Beitrag für alle, die sich ab und an mal sehr französisch fühlen, aber dazu passende Chansons nicht verstehen (zumindest geht es mir so. Warum hat die Schule mir das nicht beigebracht?). Zum Glück haben andere mit solchen Dingen ja auch so ihre Probleme, und der nette Surferjunge gibt es sogar offen zu! Was beweist: Kleine Unzulänglichkeiten, charmant lächelnd und mit einer Gitarre vorgetragen, werden von der Menschheit sofort verziehen. Wenn das mal keine Lehre fürs Leben ist...

Sonntag, 10. August 2008

Ah, das habe ich also...

Auf dem Tisch liegen die Bücher für die Arbeit, die dringend geschrieben werden muss, und lachen mich an. Ich lache schamlos zurück. Und das nicht erst seit gestern: Die Zeit bis zum Abgabetermin zerinnt, und immer ist der nächste Tag der beste zum Anfangen.

Ich dachte mir schon, dass ich nicht der einzige Mensch auf Erden mit eben diesem Problem bin. Und es ist wohl so verbreitet, dass das Heute-nicht-lieber-morgen-Gefühl sogar einen eigenen Fachbegriff hat: Prokrastination. Klingt nach schwerer Krankheit - was einerseits furchteinflößend, andererseits aber auch beruhigend ist. Krank sein will zwar niemand, aber wenn es zumindest einen Namen für das Übel gibt, dann ist es ja vielleicht behandelbar.

Ich hoffe also auf Heilung - und schreibe derweil statt an meiner Arbeit weiterhin an dieser Stelle.

Dienstag, 5. August 2008

Die verborgene Schönheit der Dinge


Wer sagt, das Aktenordner hässlich grau sein und außerdem in dunklen Schränken stehen müssen? Unterstützt die Initiative: Für mehr Ästhetik im Aktenschrank! Damit bald alle Aktenordner dieser Welt ein glückliches, farbenfrohes Leben führen können...

Montag, 4. August 2008

Was William Shatner kann, kann ich auch!

Gleich zu Anfang muss ich gestehen: Noch bin ich von dem Konzept nicht so ganz überzeugt. Ich schreibe und die Welt kann es lesen, wenn es ihr beliebt. Wahrscheinlich fehlt mir da das Rampensau-Gen - oder es schlummert tief in mir und wartet noch darauf, entdeckt zu werden. Muss das, was ich hier veröffentliche, nicht "irgendwie wichtig" sein? Andererseits: Wer macht diese Regeln? Und wer bestimmt, was wichtig ist? Auch wenn ich hier nur wenige erreiche (die mich dann nicht mal dafür bezahlen, dass ich für sie schreibe) - das sollte doch reichen.

Passend dazu hat Jeff Daniels, der ja hauptberuflich als Schauspieler unterwegs ist, ein nettes Lied geschrieben: "If William Shatner can, I can too". Gut, darin geht es jetzt eher darum, ob Schauspieler auch singen dürfen - aber das lässt sich ja mühelos auch auf andere Bereiche des Lebens übertragen. Darf ich einen Blog haben, wo ich doch kein staatlich geprüfter Blog-Experte bin? Gibt es nicht schon genug Quatsch da draußen, den niemand lesen sollte? Die Antwort ist traurig, aber wahr: Es gibt sogar mehr als genug Riesen-Quatsch da draußen. Aber was die können, kann ich schon lange. Dass das klar ist: Ich verspreche hier keinem, nur die ganz große Qualitätsarbeit abzuliefern, so vermessen bin ich nicht. Ich schreibe, der Rest liegt dann nicht mehr in meiner Hand. Also nehmt euch in Acht, ihr William Shatners dieser Welt, denn soeben habt ihr Konkurrenz bekommen.

(Übrigens: Man kann zu Jeff Daniels' Gesangskünsten stehen wie man will, aber wer so bezaubernde Titel wie "If I weren't so stupid, you couldn't be so smart" verfasst, der hat sich meinen Respekt schon mal verdient!)